Friday, 12 July 2013

Bitcoin mit Haftungsdach

Interview mit Matthias Kröner,  Vorstand der Fidor Bank, über die neue Partnerschaft mit Bitcoin.de

Wie sieht ihre Partnerschaft mit Bitcoin.de genau aus?

Zunächst werden wir ein sogenanntes Haftungsdach zur Verfügung stellen. In einem zweiten Schritt werden wir Dank des Realtime Payments im FidorPay-Konto eine Beschleunigung der Bezahlvorgänge ermöglichen und den Bitcoin-Status im FidorPay-Konto anzeigen.

Welche Vorteile haben die Kunden davon? Welche etwaigen Nachteile?

Beginnen wir mit den Nachteilen - die meines Erachtens aber durch die Vorteile klar aufgewogen werden:  Im Gegensatz zu bisher müssen sich Kunden nun einer gewissen Legitimation unterziehen. Dies ist notwendig, um u. a. den Geldwäsche-Anforderungen gerecht zu werden. Dafür bekommen Sie die Sicherheit eines Marktplatzes, der nun in Zusammenarbeit mit der Fidor Bank gewissen Qualitätskriterien genügen muss.

Dies ist im Interesse aller und wird eine gewisse Nachhaltigkeit gewährleisten. Sobald wir das FidorPay Konto angedockt haben, werden die Kunden von einer extremen Beschleunigung der Bezahlvorgänge profitieren können.

Darüber hinaus haben die Kunden dann die Chance, im Rahmen ihres möglichen Erstbank-Girokontos bei der Fidor Bank ihre Bitcoin-Bestände stets vor Augen und damit im Bewußtsein zu haben. Das FidorPay Konto ist dann das erste Konto, das sowohl Euro als auch BitCoin-Bestände ausweist. So wie das ein modernes Konto halt können sollte.

Oliver Flaskämper beschreibt Bitcoin.de als eine Art "E-Bay für Bitcoins" - werden Sie es in Zukunft zu einer richtigen Börse umbauen, die Mt Gox Konkurrenz macht?

Mit Herrn Flaskämper haben wir einen professionellen und vor allen Dingen in regulativen Dingen sehr sensiblen Unternehmer. Dies kann nicht hoch genug eingeschätzt werden! Wir werden uns auf keinen Fall in die strategische Entwicklung bei Bitcoin.de einmischen. Vielmehr reduzieren wir uns auf die operativen Themen, die im Rahmen der Haftungsdach-Vereinbarung definiert sind.

Wie ist es zu der Partnerschaft gekommen?

Durch intensive Gespräche, die durch Herrn Flaskämper initiiert wurden. Wir waren aber sehr offen für die Gespräche, da wir uns seit mehreren Jahren schon mit dem Thema beschäftigen.

Welche Hürden gab es dabei zu überwinden? Wie haben Sie das geschafft?


Es ist nie eine leichte Aufgabe, ein innovatives Produkt mit der Welt der Regulierung zusammen zu führen. Als Fidor Bank haben wir da aber einiges an Erfahrung, sehen dies sogar als eine unserer Kernkompetenzen an. Nicht umsonst sind wir heute schon im Crowdfinance oder Peer-to-Peer-Lending unterwegs, zu einem Zeitpunkt, zu dem andere Banken noch fragen, ob man das überhaupt darf.

Wie liefen die Verhandlungen mit der BaFin und anderen Behörden? Gibt es interessante, lustige, bizarre Anekdoten aus ihren Verhandlungen mit den Behörden, die sie erzählen können?

Es mag für Außenstehende vielleicht am "bizarrsten" klingen: Die Gespräche verliefen stets konstruktiv und kooperativ.

Welche Pläne haben Sie für die Zukunft?

Grundsätzlich ist es unsere Absicht, auf dem Fidor Pay Konto eine Vielzahl von komplementären Währungen zu vereinen. Fidor-Kunden sollen die Möglichkeit haben, ihre Währungsbestände hinreichend diversifizieren zu können. Dazu gehören Nicht-Euro-Regierungswährungen wie beispielsweise die Norwegische Krone genauso wie Edelmetalle oder eben eine Reihe von Komplementärwährungen der eigenen Wahl. Das kann dann ein Chiemgauer sein - um ein willkürliches Beispiel zu nennen - und ein Bitcoin parallel dazu. Ganz nach dem Motto: Für die passende Lebenssituation die passende nachhaltige Währung der eigenen Wahl.

Wie schätzen Sie die zukünftige Entwicklung von Bitcoin im Allgemeinen ein?

Das kann ich und will ich beim besten Willen nicht bewerten. Ich denke, die Tatsache, dass wir hier eine Kooperation eingehen, spricht von einer gewissen Zukunftserwartung. Darüber hinaus sehen wir uns als Bank als "neutraler" Partner an der Seite unserer Kunden. Wir werden unsere Kunden da nicht beraten können und wollen. Gleichzeitig wollen wir aber das Thema selbst technisch qualitativ sauber anbieten, was man dann gerne als unseren Beitrag zur Nachhaltigkeit der Idee werten kann.

Wenn man Lust bekommen sollte, bei Ihnen mitzuarbeiten, was raten Sie?

Wir suchen immer Leute, die Lust haben, mit uns an der Bank der Zukunft zu arbeiten, vor allen Dingen im IT Bereich. Konkret suchen wir Ruby-Experten und Projekt-Manager. Bewerbungen gerne an mich.

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