Tuesday, 10 December 2013

¡Adelante, Bitcoinistas!



Bericht von der ersten lateinamerikanischen Bitcoin-Konferenz in Buenos Aires

"Elf Bitcoins zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten" - einen stolzen Preis erzielte die Ausgabe der Times vom 3. Januar 2009 bei der Auktion, die die Bitcoin-Konferenz in Buenos Aires abschloss. Satoshi Nakamoto hatte in den allerersten Block der Bitcoin-Blockchain diese Schlagzeile eingebaut, sozusagen als Zeitstempel: "Chancellor on brink of second bailout for banks."

Diese historische Trophäe hat sich Rodolfo Andragnes, gemeinsam mit Diego Gutierrez Zaldivar Organisator der Konferenz und Gründer der Fundación Bitcoin Argentina, wirklich verdient: die Konferenz war eine der besten, die ich bisher besucht habe.

Der große Saal des Melia-Hotels im Zentrum von Buenos Aires war bis auf den letzten Platz ausgebucht, die Teilnehmer kamen aus Nord-, Mittel- und Südamerika, einige waren sogar extra aus Europa angereist. Die Stimmung war trotz des leicht gefallenen Bitcoin-Kurses großartig bis euphorisch.

Die Organisatoren hatten einige der hochkarätigsten Referenten ausgesucht, die die Bitcoin-Welt derzeit zu bieten hat, von Erik Voorhees, Roger Ver, Tuur Demeester, Adam Safahi, Charlie Shrem, Jeff Garzik, Tony Galippi und Constance Choi bis hin zum unvergleichlichen Andreas Antonopolous, der mit seinen provokanten Vorträgen das Publikum zum Kochen brachte und auch die Genesis-Block-Auktion moderierte.

Constance Choi, Edan Yago, Juan Llanos, Alan Safahi und Trace Meyer
Doch neben diesen internationalen Bitcoin-Stars gab es auch erfreulich viele Referenten aus Mexiko, Chile und natürlich Argentinien. Das Highlight war für mich Martin Fernandez, Gründer des Bitcoin-Reisebüros BTC Trip aus Buenos Aires, der während seines Kurzvortrags eine Kreditkarte zerschnitt und eine (allerdings falsche) Hundert-Dollar-Note in Flammen aufgehen ließ.

Martin Fernandez fackelt eine 100-Dollar-Note ab
Diese erste Bitcoin-Konferenz in Lateinamerika hat gezeigt, dass Bitcoin längst kein US-amerikanisch/europäisches Phänomen mehr ist. Gerade in Südamerika mit seiner langen Geschichte von Hyperinflationen, eingefrorenen Bankkonten und Staatspleiten ist das Interesse an Bitcoin riesig. Was wir Deutsche nur aus Geschichtsbüchern kennen, haben viele Südamerikaner am eigenen Leib erfahren müssen. In Argentinien wurden beispielsweise 2001 alle Konten für mehrere Monate eingefroren, als die Menschen endlich wieder an ihr Geld kamen, hatte es einen Großteil seines Wertes verloren.

Auch heute ist die Inflation in Argentinien hoch und der Kauf von Dollars und Euros stark reguliert - weshalb an vielen Straßenecken Leute stehen, die deutlich günstiger tauschen als die Banken (zur Zeit 11 statt 8 Pesos für den Euro). "Bitcoin Jesus" Roger Ver wusste von solchen Cambistas zu berichten, die großes Interesse an Bitcoins zeigten - er ist schliesslich sehr viel inflationssicherer und leichter vor dem Zugriff der Regierung zu schützen als staatliches Papiergeld.

Elizabeth Ploshay (Bitcoin Magazine) trinkt Mate
Buenos Aires ist wirklich eine Reise wert: eine quirlige, quicklebendige Stadt mit edlen Palästen aus dem 19. Jahrhundert (als Argentinien noch zu den reichsten Ländern der Welt gehörte), unzähligen Straßencafés, einem spannenden Kultur- und Nachtleben und unglaublich freundlichen und offenen Menschen. Ach ja, und es sind angenehme 27 Grad hier, auf der Südhalbkugel ist gerade Sommer.

Die LatBitConf 2014 kann ich jedem nur empfehlen!

2 comments:

  1. Wurde substanziell auch etwas auf der Konferenz besprochen? Gibt es neue Projekte und Entwicklungen rund um Bitcoin, die erwähnenswert sind?

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  2. Es wurde soviel besprochen, dass es sich in einem kurzen Blogpost nicht darstellen liesse. Ich empfehle, selbst regelmaessig auf Konferenzen zu gehen, um auf dem Laufenden zu bleiben. Ein paar Videos von Vortraegen gibt es hier: www.webee.com.ar/labitconf

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